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Blacky's Biogarten

Schädlinge

Ratgeber Date: Zugriffe: 127
Schädlinge
Einige Mitesser
Einige Mitesser

Besonders wichtig ist mir zu erwähnen, dass der Begriff "Schädling" nur von uns Menschen geschaffen wurde. Eine Blattlaus ist niemals "nur" ein Schädling, sondern auch ein Mitbewohner unserer Gärten. Außerdem spielen alle Lebewesen wichtige Rollen im komplexen Ökosystem, welches wir Menschen stetig verändern und zerteilen. Schnecken u.a. schaden nicht nur unseren Nutzpflanzen, sie sorgen auch für die Zersetzung von organischem Material und fördern dadurch die Fruchtbarkeit unserer Böden. Außerdem stellen viele Schädlinge ein wichtiges Glied in der Nahrungskette anderer Organismen dar. So wird ein Schädlinge schnell einmal zum "Nützling". Nützlinge helfen uns normalerweise, Schädlinge im Zaum zu halten, indem sie Schadorganismen verdrängen oder der übermäßigen Vermehrung vorbeugen. Wir sollten das „Netzwerk“ Natur erkennen und respektieren, denn nur so schaffen wir wichtige und gesunde Lebensräume. Es ist wichtig, unsere Ökosysteme erst zu verstehen, bevor man überstürzt falsche Handlungen setzt. Aus diesem Grund sollten wir auch besser von "Bekämpfung der Schädlinge" Abstand nehmen und mehr Augenmerk auf die Vermeidung von Schädlingsbefall legen.

Die wichtigsten Schädlingsgruppen

Zu den saugenden Insekten zählen vor allem Pflanzenläuse. Die am stärksten verbreiteten Schädlinge dieser Gruppe sind Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen.

Käfer und die Raupen einiger Schmetterlinge gehören zu den beißenden Insekten.

Aber auch Schnecken, Milben oder Nematoden sind für Pflanzenschäden verantwortlich.

 

In meinem Ratgeber habe ich aber den Focus nur auf jene „Mitesser“ gelegt, mit denen ich in meinem Garten konfrontiert werde, die das sind:
Blattläuse, Schnecken, Kartoffelkäfer, Haselnussbohrer, Kohlweißling-Raupen und Drahtwürmer.

Ameisen, Asseln, Ohrwürmer und auch Vögel werden in manchen Foren als zu bekämpfende Schädlinge beschrieben, deren Nutzwert für einen naturnahen Garten ist aber definitiv sehr viel höher zu bewerten als ihre „Schadwirkung“, deshalb mein Appell „Hände weg“!
Alle anderen Schädlinge tauchten bei mir noch nicht auf oder ich konnte deren Ansiedelung durch naturnahe Vorbeugungsmaßnahmen verhindern.

Blattläuse

Wer immer einen Garten mit Blumen, Obst und Gemüse hegt, kennt sie, die kleinen Sauger. Es gibt viele verschiedene Arten von ihnen, ihr Schadbild, das sie hervorrufen ähnelt sich jedoch meist

- die Blätter verformen sich und/oder rollen sich ein

- sie hemmen das Wachstum der befallenen Pflanzen

- sie lösen durch ihre süß-klebrigen Ausscheidungen Rußpilzbesiedelung aus

- sie übertragen Pflanzenviren

Die Blattläuse haben aber in der Natur sehr viele natürliche Feinde:

Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen, Raubwanzen, Spinnen und Vögel

Sollte deren Vernichtungsfeldzug keine Wirkung zeigen (z. B im Glashaus) kann man auch noch selber „Hand anlegen“.

Ein paar probate Mittel sind:

Mit scharfem Wasserstrahl die Pflanzen absprühen (mache ich z.b bei Bäumen, Ribisel,…)

Bei empfindlicheren Pflanzen verwende ich Sprühlösungen, hergestellt aus Schachtelhalmen (stärkt die Zellstruktur der Nutzpflanzen), Brennnessel, Rapsöl oder Schmierseife und Alkohol (zur besseren Benetzung)

Im Glashaus trachte ich auch noch die Ausbreitung der Ameisen, welche die Läuse melken und ihre Verbreitung verursachen, hintanzuhalten. Entweder vertreibe ich sie mit Kräutern, z.B Lavendel oder ich siedle sie um, indem ich ihre Bauten ausgrabe und ins Freiland setze.

Blattläuse
Blattläuse
Drahtwürmer
Drahtwürmer

Drahtwürmer

Da ich bei der Anlage meines Gartens ungefähr 500 m² Fläche erst urbar machen musste, das heißt Rasenziegel abheben, Boden umgraben und mit Kompost anreichern (das mache ich jetzt seit 30 Jahren, da der Mutterboden fast nur Flussschotter und Sand ist), hatte ich zu Anfang relativ viele Drahtwürmer, weil sich die vornehmlich im Rasen aufhalten.

Tauchen sie in manchen Jahren auch ab und an wieder in Gemüsebeeten auf, dann lege ich angeschnittene Kartoffeln aus und nach einiger Zeit, sammle ich diese wieder ein und in fast allen stecken dann die Drahtwürmer (Larven des Schnellkäfers) drinnen. Auch sie sind ein eiweißreiches Festmahl für die Hühner.

Mittlerweile ist dieser Schädling bei mir fast zur Gänze verschwunden.

Haselnussbohrer

Bei diesem Schädling, der manchmal mehr als die Hälfte aller Haselnüsse als Brutstätte verwendet hat, war ich nur mit einer Methode erfolgreich.

Ich verpflanzte alle Haselnusssträucher ins Hühnergehege. Dadurch haben die Hühner jetzt Unterschlupfmöglichkeit gegen Habichtattacken und sie reduzieren die Bohrer-Population, weil die Raupe des Käfers zu Boden fällt und sich dort verpuppt. Nur dieser Vorgang entgeht keinem wachsamen Hühnerauge und somit wird die Fortpflanzung des Käfers stark dezimiert.

Haselnussbohrer
Haselnussbohrer
Kartoffelkäfer
Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer

Da ich jährlich einige Beete mit Kartoffeln anbaue und mein Garten nicht so groß ist, sodass ich jedes dritte Jahr wieder an dieselbe Stelle Kartoffeln setzen muss, ist ein Käferbefall unvermeidlich (zudem unser Garten sich auch in der Nähe großer landwirtschaftlich genutzter Flächen befindet).

In der vegetationslosen Zeit dürfen die Hühner auch über den Nutzgarten laufen und damit stoßen sie beim Scharren auch immer wieder auf überwinternde Käfer. Der klägliche Rest, der das überlebt oder der neu anfliegt (meist kurz vor der Kartoffelblüte) wird von mir eingesammelt und den Hühnern verfüttert.

Kohlweißling-Raupen

Zu verhindern, dass Kohlweißlinge ihrer Eier an Kohlsprossen, Kraut, Brokkoli und andere Kohlgewächse ablegt, hilft nur das Überspannen der Pflanzen mit Gaze. Stark riechende Pflanzen in der Nähe obiger Gewächse zu pflanzen (z.b. Peterslie oder Sellerie, etc.) hatte bei mir nie Erfolg. In manchen Jahren ist die Zahl der Kohlweißlinge einfach zu groß! Wenn sich trotzdem noch Raupen entwickeln (das erkennt man sofort am Fraß Bild) hilft auch hier nur absammeln und ab damit ins Hühnergehege.

Kohlweißling
Kohlweißling
Spanische Wegschnecke
Spanische Wegschnecke
Tigerschnegel
Tigerschnegel
Weinbergschnecke
Weinbergschnecke

Schnecken

Das sind jene Mitbewohner, die ich nie loswerde, da mein Grundstück in der Länge von fast 50ig Metern an eine Flussböschung angrenzt und 2 andere Grundstücksgrenzen an nicht gepflegte Grünflächen anschließen.

Vorab eine kurze Info: ich wehre mich nur gegen die „Spanische Wegschnecke“, die in großen Massen bei mir im Garten auftritt (bis zu 500 pro Nacht!!)

Andere Schnecken sind entweder willkommen z.B Tigerschnegel und Weinbergschnecke und werden in ihrer Fortpflanzung unterstützt, andere toleriere ich und „teile“ mit ihnen meine Ernte (z.B Schnirkelschnecken ua. Gehäuseschnecken)

Maßnahmen gegen die spanische Wegschnecke

Habe schon sehr viel ausprobiert (Bierfallen, Eierschalen, Kaffeesatz, Schneckenzäune funktionieren bei mir nicht) dennoch greife ich bis heute nicht zu Gift, auch nicht zu den „unproblematischen“ Eisenphosphat-Präparaten. Das oft verwendete Salz ist für mich als Biologe ein Tabu, zum einen verenden die Tiere elend und zum anderen zerstört man den Boden!!
Ich weiß, dass das viele nicht hören wollen oder es sich für sich selbst nicht als Methode vorstellen können, aber bei der Menge an Schnecken mit denen ich in der Hauptzeit der Ausbreitung (April – August) täglich konfrontiert bin, töte ich die Schnecken mechanisch und lasse die Kadaver liegen. Zum einen locken sie Artgenossen an, die ich dann in den Folgetagen beseitige, zum anderen werden die getrockneten Kadaver aber von Igel, Vögel, Blindschleichen, Kröten und Tigerschnegel verspeist!

Methoden zur Vermeidung der Ansiedelung und Fortpflanzung:

  • Nur morgens gießen, sodass der Boden bis zum Abend abtrocknet
  • Gefährdet Jungpflanzen z.B Kürbis, Gurken bekommen eine breite Barriere aus Sägespänen
  • Nicht zu dick mulchen, denn die Mulchschicht ist ein Eldorado für die Fortpflanzung
  • Im Herbst/Winter lasse ich die Hühner großflächig laufen, denn die finden jedes Schnecken-Ei-Gelege!
  • Gezielt Futterpflanzen (Schnecken lieben Tagestes!!) an die Beetränder pflanzen, das hält die Schnecken vom Gemüse länger fern und man braucht die Schnecken nicht lange zu suchen!
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