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Braunau, OÖ, Austria
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„Mens sana in corpore sano“ (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) Was die alten Römer für den Menschen gedacht haben, gilt aber auch auf anderen Ebenen. Gesunde und ertragreiche Pflanzen gibt es auch nur auf guten Böden! Wer qualitativ gutes, gesundes Gemüse ernten will, sollte die Fruchtfolge und den Fruchtwechsel im Gemüsegarten sorgfältig planen. Schon unsere Vorfahren wussten, dass man mit dem Boden behutsam umgehen muss, wenn man langfristig gute Erträge erwirtschaften will. Aus diesem Grund wurden die Felder früher nicht permanent genutzt, sondern lagen regelmäßig brach. Aus der römischen Zweifelderwirtschaft entwickelte sich zunächst die Dreifelderwirtschaft als einfachste Form des Fruchtwechsels mit zwei Anbaujahren und einem Brache Jahr. Als der Anbau von Kartoffeln und Hackfrüchten eine größere Bedeutung erlangte, wurde schließlich die Vierfelderwirtschaft eingeführt. Diese Bewirtschaftungsform hat seit der Erfindung des Mineraldüngers in der konventionellen Landwirtschaft leider keine Bedeutung mehr, aber viele Hobbygärtner betreiben sie im Gemüsegarten noch heute – und das mit großem Erfolg.
Der Unterschied zwischen Fruchtfolge , Fruchtwechsel und Kulturfolge
Fruchtfolge: dabei werden üblicherweise die Gemüsesorten jährlich gewechselt.
Fruchtwechsel: hier wechselt man jährlich nicht nur die Gemüsearten, sondern auch die Pflanzenfamilien. Das hilft Pflanzenschäden durch Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden und um Bodenmüdigkeit vorzubeugen. Denn zahlreiche Schädlinge befallen häufig mehrere Arten aus einer Pflanzenfamilie. Bei einem aufeinanderfolgenden Anbau mehrerer Kulturen Kulturfolge: hierbei erfolgt der aufeinanderfolgende Anbau mehrerer Kulturen. So kann man auf dem Beet nach der Ernte der Frühkartoffeln im Juni späten Kulturen wie Mangold oder Kohl neu anpflanzen.
Bei der Fruchtfolge innerhalb eines Jahres achtet man vorwiegend darauf, dass Gemüsearten aus derselben Pflanzenfamilie nicht nacheinander im selben Beet wachsen. Rettiche beispielsweise zählen wie alle Kohlarten, Kohlrabi, Radieschen und Kresse zu den Kreuzblütlern. Sie sollten nicht dort angebaut werden, wo vorher winterharter Kohlsprossen kultiviert wurden. Wechsele daher während des Jahres in der Fruchtfolge zwischen Kreuzblütlern, Doldenblütlern (Karotten, Sellerie, Pastinaken, Petersilie, Fenchel, Dill), Schmetterlingsblütlern (Erbsen, Bohnen), Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen) Kürbisgewächsen (Kürbis, Gurken) und Gänsefußgewächsen (Spinat, Mangold, Rote Bete),
• Abwechslung: Statt einer einzigen Kultur (Monokultur) werden verschiedene Pflanzenarten angebaut, z.B. Blattfrüchte (Salate, Kohl), Halmfrüchte (Getreide) und Leguminosen (Bohnen, Erbsen).
• Bodenentlastung: Unterschiedliche Pflanzenarten nutzen Nährstoffe anders und haben verschiedene Wurzelstrukturen, was den Boden weniger auslaugt.
• Schädlings- und Krankheitskontrolle: Schädlinge und Krankheiten, die auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert sind, können sich nicht so leicht etablieren, da die Wirtspflanze fehlt.
• Unkrautunterdrückung: Eine vielfältige Fruchtfolge erschwert Unkräutern das Überleben, da sie sich nicht auf eine einzige Pflanze konzentrieren können.
• Weniger Dünger: Die Pflanzen entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffe, und Leguminosen können Stickstoff aus der Luft binden.
• Bessere Bodengesundheit: Mehr organische Substanz und bessere Nährstoffkreisläufe.
• Geringere Schädlingsprobleme: Weniger chemische Pflanzenschutzmittel nötig.
Es gibt einige Pflanzenfamilien, die sehr hartnäckige Schädlinge und Krankheiten haben. Darunter fallen die Kreuzblütler, also alle Kohl-Gewächse, und die Leguminosen (Erbsen und Bohnen). Bei diesen beiden Pflanzenfamilien ist es für die Fruchtfolge besonders wichtig, darauf zu achten, die Anbaupause einzuhalten!
Anbaupausen nach Pflanzenfamilien:
• Kreuzblütler: (Asia Salat, Kohlrabi, Rettich, Radieschen, Rucola , Kohlsprossen, Kraut, Blaukraut, Wirsing, Grünkohl, Karfiol, Brokkoli)
• Hülsenfrüchte: (Busch- und Stangenbohne, Erbse, Edamame)
• Zwiebelgewächse: (Knoblauch, Lauch, Schalotten, Zwiebel)
• Doldenblütler: (Knollenfenchel, Karotten, Pastinake, Petersilie, Sellerie)
• Fuchsschwanzgewächse: (Mangold, Rote Bete, Spinat)
• Nachtschattengewächse: (Aubergine, Kartoffel, Paprika, Tomate)
• Kürbisgewächse: Gurke, Kürbis, Zucchini
• Windengewächse: Süßkartoffeln
• Korbblütler: (Endivien, Radicchio, Salat, Schwarzwurzel, Zuckerhut)
Wenn du den Nährstoffbedarf der Gemüsepflanzen betrachtest, wird klar, dass diese ganz unterschiedliche Anforderungen an den Boden haben!
Kurz gesagt: Da gibt es zum einen die Starkzehrer, also sehr hungrige Gemüsesorten, die viel Dünger und Nährstoffe brauchen. Dann gibt es die Mittelzehrer, die eben ein gutes Mittelmaß brauchen und es gibt die Schwachzehrer, die mit ganz wenig Nährstoffen gut auskommen.
• Jahr 1: Starkzehrer (z.B. Wirsing, Kartoffeln, Tomaten).
• Jahr 2: Mittelzehrer (z.B. Karotten, Mangold, Fenchel)
• Jahr 3: Schwachzehrer (z.B. Radieschen, Rucola, Erbsen)
• Jahr 4: Gründüngung (z.B. Klee) oder Leguminosen
Endivien, Radicchio, Salat, Schwarzwurzel, Zuckerhut, Mangold, Rote Bete, Spinat, Knoblauch, Schalotten, Zwiebel, Asia Salat, Kohlrabi, Rettich, Knollenfenchel, Karotten, Pastinake, Petersilie, Sellerie, Wurzelpetersilie
Buschbohne, Erbse, Stangenbohne, Edamame, Radieschen, Rucola, einige Salate, viele Kräuter, Topinambur